Dienstag, 3. Juli 2012

Rezension: Jürgen Rath - Nordhörn: Ein Nordsee-Krimi

Jürgen Rath - Nordhörn: Ein Nordsee-Krimi

Die Verschwiegenheit einer Insel

Inhalt:
"Eines Tages war er tot. Er muss einen elektrischen Schlag bekommen haben. Da war von einem defekten Gerät die Rede. Das hat auch das Archiv in Brand gesetzt. So hat es der Strandvogt erzählt."
"Was hat ein Strandvogt mit einem Brand zu tun.?"
"Der ist doch unser Feuerwehrhauptmann."
Eine Zeit lang herrschte Stille, nur das Holz knisterte im Ofen. Steffen dachte an den Amtsleiter. Ein defektes Gerät im Dienstbereich, das klang stark nach Verletzung der Aufsichtspflicht."
(S. 61)

Im Winter 1959 wird Steffen Stephan das Aushilfsarchivar für drei Monate nach Nordhörn geschickt. Dort soll er das vernachlässigte Gemeindearchiv auf Vordermann bringen. Nach und nach erfährt er von einem Brand im Archiv, bei dem auch seiner Vorgänger ums Leben gekommen ist - und er merkt, dass anscheinend jeder auf der Insel seine Geheimnisse hat...

Meinung:
"Nordhörn" ist Jürgen Raths erster Kriminalroman, in dem er sein Sachwissen gepaart mit einer spannenden Idee zu einem großen ganzen bringt.

Jürgen Raths Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Der Autor versteht es mit Worten eine unglaublich dichte und unheimliche Atmosphäre aufzubauen. Er beschwört den kalten und unwirtlichen Winter herauf. Aber nicht nur die Atmosphäre der Insel an sich ist beunruhigend, auch die Einwohner Nordhörns: Sie mögen auf ihrer Insel keine Fremden und viele von ihnen sind furchteinflössend und undurchschaubar.

"Nordhörn" ist wie eine Reise in die junge Vergangenheit. Die Hauptgeschichte spielt im Jahr 1959, wir werden in einem Nebenstrang aber noch ein bisschen weiter in die Vergangenheit geschickt, ins Jahr 1939. In diesem befinden wir uns auf einem alten Segelschiff, das überladen seine Reise gen Norden antritt. Mit der Zeit laufen beide zu einem Strang zusammen.

Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet und der Autor versteht es auch gekonnt das Flair der damaligen Zeit heraufzubeschwören. Die Menschen gehen mit manchen Themen, wie z.B. Sexualität noch nicht so offen um oder wir bekommen mit wie Steffen, der neuartigen Musik - Rock`n`Roll - verfallen ist.
Aber nun zurück zu den Charakteren: Jürgen Rath schafft eine Vielzahl von interessanten Charakteren, die zwar nicht unbedingt freundlich oder nett sind, aber ausdrucksstark und geheimnisumwittert, wie die Insel selbst. Sie verleihen dem Roman Tiefgang.
Steffen Stephan muss sich auf der Insel und vor allen Dingen vor ihren Einwohnern beweisen. Aber glücklicherweise gibt es auch noch Julia Hansen und ihren Großvater, die sich immer um Steffen kümmern, wenn es nötig ist.

Am Beginn des Buches finden wir noch eine Karte Nordhörns auf der die wichtigsten Handlungsorte eingezeichnet sind.

Eine spannende und geheimnisvolle Geschichte, die einem Schauer über den Rücken jagt und dennoch fernweh, nach der See mit sich bringt!

Ich hoffe, dass wir noch mehr Bücher von Herrn Rath zu lesen bekommen - und werde ihn im Auge behalten.

Wertung:
 ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich beim Sutton Verlag und bei Blogg dein Buch!

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Produktinformation:
Jürgen Rath - Nordhörn, erschienen 2012 im Sutton Verlag
272 Seiten, 12,00 €

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