Samstag, 16. Juni 2012

Rezension: Christopher Kloeble - Meistens alles sehr schnell

Christopher Kloeble - Meistens alles sehr schnell

Eine berührende Familiengeschichte

Inhalt:
"Alle sagen immer Sterben ist schlimm. Ich glaube das nicht. Bestimmt ist es ganz anders: Ich stelle es mir toll vor. Wie eine Riesenüberraschung. Eigentlich freue ich mich schon darauf. Am liebsten will ich zusammen mit dir sterben, Albert. Nur wird das ziemlich schwer. Ich bin schneller."
(S.21)

Albert ist mit der Schule fertig und kehrt zurück nach Hause, zu Fred - seinem Vater. Fred ist geistig behindert und dementsprechend muss Albert sich um ihn kümmern. Neben der Sorge um und der Pflege von Fred, geistert immer wieder ein Gedanke durch Alberts Kopf: er will seine Mutter finden! Gemeinsam mit Fred begibt er sich auf die Suche...

Meinung:
Christopher Kloebles Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Er schafft es mit seinen Worten eine ganz besondere Atmosphäre herauf zu beschwören, die die Magie dieser wundervollen Vater-Sohn-Geschichte ausmacht. Einer Geschichte, die berührt, nachdenklich stimmt und uns weit in die Vergangenheit von Alberts Familie führt.

Christopher beschreibt das Verhältnis zwischen Albert und Fred sehr berührend. Eine Beziehung zwischen Vater und Sohn, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat, und Fred und Albert in mein Herz einziehen ließ.
Fred ist ein beeindruckender Mensch, durch seine geistige Behinderung, er betrachtet er vieles sehr viel einfacher und doch nimmt er so viel wahr und überdenkt viele Situationen und Begebenheiten.
Und Albert lernt schon sehr früh Verantwortung für seinen Vater zu übernehmen - und diese übt er mit Geduld und Güte aus und liebt ihn so wie er ist.

Aber neben dem Handlungsstrang um Albert und Fred, gibt es noch einen weiteren, der sich mit der Vergangenheit der Familie beschäftigt, den Beziehungen der Familienmitglieder - und ja auch in so einem kleinen Dorf natürlich Inzest. Ich muss sagen, dass "Meistens alles sehr schnell" das erste Buch ist, was ich lese, indem Inzest direkt angesprochen wird und man weiß es ist nicht richtig, aber man kann irgendwie auch die Bindung dieses Paares nachvollziehen und bleibt dann sehr traurig zurück - in Gedanken eine Liebe, die so tief und so rein ist - und doch verboten.

"Meistens alles sehr schnell" ist ein sehr gefühlvoller Roman, mit liebenswerten Charakteren und einer äußerst spannenden Reise in die Vergangenheit!

"Meistens alles sehr schnell" ist außerdem ein Geheimtipp für euch - und eines meiner Lesehighlights 2012!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Christopher, dem dtv-Verlag und auch Lovelybooks, für diese tolle Forum und seine Möglichkeiten :-)

Hier kommt ihr übrigens zur LB-Seite des Buches!

Produktinformation:
Christopher Kloeble - Meistens alles sehr schnell, 2012 bei dtv erschienen
378 Seiten, 14,90 €


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