Montag, 23. April 2012

Rezension: Jürg Amann - Der Kommandant

Jürg Amann - Der Kommandant


Bekenntnisse eines Massenmörders

Inhalt:
"Die beiden großen Krematorien I und II wurden im Winter 1942/43 gebaut und im Frühjahr 1943 in Betrieb genommen. Sie hatten je fünf 3-Kammer-Öfen und konnten innerhalb 24 Stunden je ca. 2000 Leichen verbrennen. Die Verbrennungskapazität zu steigern war feuerungstechnisch nicht zu steigern."
(S.83)

Meinung:
Jürg Amann hat mit "Der Kommandant", wie er selbst schreibt "ein Monodrama in sechzehn Stationen" entworfen.
"Der Kommandant" ist auf Grundlage der Originalaufzeichnungen Rudolf Höß, dem Auschwitz-Kommandanten, entstanden.

Immer wieder treffen wir auf Bücher, die den zweiten Weltkrieg oder den Nationalsozialismus thematisieren, aber noch nie habe ich ein Buch gelesen, dass so realistisch den Lebenslauf und das "Berufsleben" eines NS-Kriegsverbrechers schildert.

Ich finde es nach wie vor schwierig, mich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Vor allen Dingen, wenn ich von einem so grausamen Verbrecher als Mensch lese, über seine Kindheit, seine Familie. Und dann später wie sachlich und kalt er über den Ausbau des Konzentrationslagers und die Judenvernichtung berichtet.
"Kranke Personen, die man nicht in die Gasräume bringen konnte, wurden durch Genickschuss mit dem Kleinkalibergewehr getötet. Ein SS-Arzt musste ebenfalls zugegen sein. Das Einwerfen des Gases erfolgte durch die ausgebildeten Desinfektoren."
(S.77)
Authentisch, schrecklich offen und sachlich kühl - "Der Kommandant" von Jürgen Amann! Erschreckend und zugleich lesenswert! Ein Buch wider das Vergessen!

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich beim Arche Verlag!

Produktinformation:
Jürg Amann - Der Kommandant, 2011 im Arche Literatur Verlag erschienen
108 Seiten, 14,00 €


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