Samstag, 31. März 2012

Rezension: Frank M. Reifenberg - Unsichtbare Blicke

Frank M. Reifenberg - Unsichtbare Blicke


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Inhalt:
"Den Arm weit zurück und sobald der Junge schrie - ins Wasser. Blitzschnell, so dass sein Schrei ins Leere ging, sich mit der Brühe füllte, die aus diesen Kränen kam, Wasser, rostiges Wasser, schlammiges, ekelhaft sich damit zu waschen, man musste es lange ablaufen lassen, bevor man die Zahnbürste drunterhielt oder den Mund damit spülte, den Kopf rein, rein damit, den Bauch auf die Kante des Beckens pressen, den verdrehten Arm festhalten, er zappelt, strampelt mit den Beinen, hochreißen, an den Haaren, einmal Luft schnappen, wieder runter, wieder, wieder, wieder, wieder."
(S. 80)

Josie steht zwischen zwei Männern: Felix, der in ihre Schule geht und in den sie sich verliebt hat und Geronimo, den sie im Internet kennen gelernt hat. Doch Josie ist so schlau das wirkliche Leben der virtuellen Welt vorzuziehen. Doch Geronimo ist nicht der, als der er sich ausgibt - nur leider bemerkt Josie das erst zu spät - nachdem er sie durch ihre Webcam beobachtet hat und ihr sogar auf die Klassenfahrt nach Berlin gefolgt ist...

Meinung:
Frank Maria Reifenberg ist mit "Unsichtbare Blicke" ein spanneder und aufrüttelnder Jugendthriller mit aktueller Thematik geglückt.

Sein Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und durch die spannende Geschichte wird der Leser sofort an das Buch gefesselt und glaubt mir es ist wirklich ziemlich schwer dieses Buch dann aus der Hand zu legen.

Die Spannung wird zum einen direkt durch die Geschichte der verschwundenen Mädchen aufgebaut, zum anderen aber auch durch den immer wiederkehrenden Perspektivenwechsel, mit dem der Autor arbeitet. Wir bekommen die Geschichte aus vier verschiedenen Sichtweisen erzählt. Einen Teil der Geschichte erleben wir aus Josies Sicht, einen anderen aus der Perspektive der Leiterin des Sonderkommandos Stella van Wahden. Weniger schön sind die Einblicke in die Gedanken von Geronimo und erschütternd sind die Erinnerungen eines Kindes an die Zeiten als es in einem Jugendwerkhof in der DDR untergebracht war.

Diese vier Erzählstränge verschmelzen in einer unglaublich fesselnden und intensiven Handlung, die uns über die Gefahren des Internet aufklärt und uns gleichzeitig aufzeigt wie zerbrechlich die menschliche Psyche ist!

Lest dieses Buch und vielleicht klebt ihr danach eure Webcams ab - wer weiß.

Wertung:
♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Für die Bereitstellung bedanke ich mich ganz herzlich bei Frank Maria Reifenberg, dem Rowohlt Verlag und natürlich Lovelybooks!

Produktinformation:
Frank M. Reifenberg - Unsichtbare Blicke, März 2012 im Rowohlt Verlag erschienen,
396 Seiten, 12,99 €

Kommentare:

  1. Wie immer, schafft es deine Rezi mich interessiert zu machen. Du liest ja fast nur gute Bücher :) Dieses Buch klingt echt spannend. Ich würde es gerne lesen.

    Liebe Grüße, Diti

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  2. Das geht runter wie Öl - danke dir :-)

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